Das richtige Gewebe macht die Kleidung - Andrea Rechtsteiner
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Das richtige Gewebe macht die Kleidung

Gewebe von Berufskleidung

Das richtige Gewebe macht die Kleidung

Gewebe bzw. Bindung, Fasern und Ausrüstung bestimmen die Eigenschaften moderner Kleidung.

Robust, weich, atmungsaktiv, dehnbar oder flammfest – die Anforderungen an moderne Gewebe und Kleidung, besonders für die professionelle Anwendung, sind hoch und variieren je nach Einsatzbereich stark. Die Funktion eines Kleidungsstücks wird maßgeblich von dem eingesetzten Gewebe bestimmt. Für das richtige Gewebe müssen neben der Bindungsart die geeigneten Fasern und Garne sowie die passende Ausrüstung gefunden werden, die perfekt ineinandergreifen müssen.

Ein Gewebe entsteht durch das Kreuzen von Fäden, die in Längsrichtung (Kette) laufen, mit Fäden, die im rechten Winkel dazu eingewebt werden (Schuss). Dafür gibt es unterschiedliche Webverfahren, die als (Grund-) Bindungen bezeichnet werden.

Die Bindung von Gewebe

Bei der Berufskleidung sind es vor allem drei Bindungsarten die gebräuchlich sind und durch die unterschiedliche Texturen, von körnig bis glatt, entstehen:

  • Die wohl älteste und einfachste Bindungsart ist die Leinwandbindung, bei der sich die Fäden im Verhältnis 1:1 in beiden Richtungen jeweils abwechselnd kreuzen (einer drunter einer drüber) und so eine robuste Konstruktion ergeben. Die Leinwandbindung kann dicht und strapazierfähig ausgestaltet werden.
    Panamabindung

    Panamabindung

Leinwandbindung

Leinwandbindung

  • Bei der Köperbindung kreuzen die Fäden im Verhältnis 2:1(zwei drüber, einer drunter) oder 3:1 (drei drüber, einer drunter). Das Ergebnis ist ein weicheres Gewebe, mit durchaus robusten Eigenschaften, aber einer unterschiedlichen Innen- und Außenseite.
    Mehrgradköper

    Mehrgradköper

Köperbindung

Köperbindung

  • Ebenso wird die Atlasbindung häufig verwendet, bei der vier Fäden übersprungen werden, also im Verhältnis 4:1 (vier drüber, einer drunter) gewebt wird. Die Bindepunkte berühren sich dabei nicht, es entstehen dadurch schwere und dichte Gewebe mit glatten Oberflächen.
Atlasbindung

Atlasbindung

Allen gemein ist eine hohe Reißfestigkeit und relativ glatte, pillingarme Oberflächen. Sie sind im Arbeitsalltag unempfindlich gegenüber Verschmutzungen und mechanischen Beanspruchungen und begünstigen die Waschbarkeit der Berufskleidung.

Fasern und Garne im Gewebe

Daneben ist die Auswahl der Materialien bedeutend. Die Bandbreite an Fasern reicht von hautschmeichelnder Baumwolle oder Viskose über robuste Kunstfasern wie Polyester (PES) oder das hochabriebfeste Polyamid (PA), bis hin zu Fasern mit flammhemmenden (Aramide, Modacryl, Viskose FR) oder elastischen Eigenschaften (Elastan). Um die gewünschten Funktionen für das spätere Textil zu steuern, werden zumeist Fasern bzw. Fasermischungen in Kette und Schuss kombiniert. Baumwolle gilt zwar als sehr bequem, aber wenig strapazierfähig, flamm- oder säureempfindlich. Baumwolle besteht aus Zellulose und brennt wie Papier.

Leinwand Gewebe

Leinwand Gewebe

Ohnehin ist die klassische Latzhose aus Baumwolle eher ein Auslaufmodell. Moderne Workwear besteht in der Regel aus Mischungen von Baumwolle und Polyester, die durch die Bindung nach außen abriebfest und auf der Innenseite zur Haut hin weich konstruiert sind. Dabei sind den Kombinationsmöglichkeiten durch die Auswahl der Fasern sowie der Bindungsart praktisch keine Grenzen gesetzt.

Das Fadengewicht wird in dtex angegeben. Die Einheit sagt aus, wie viel Gramm ein Faden von 10.000m Länge wiegt.

Die Grammatur

Eine Rolle spielt auch das Flächengewicht (Grammatur, Qualität) des eingesetzten Gewebes. Es wird in Gramm pro Quadratmeter ausgewiesen und bietet einen Anhaltspunkt über die Stärke des Gewebes. T-Shirts haben in der Regel ein Gewicht 120 und 220 g/m2 , Gewebe für Workwear zwischen 220 bis 300g/m2.

Jeansköper

Jeansköper

Die Veredelung von Gewebe

Um Gewebe mit den gewünschten Eigenschaften zu produzieren, kommen neben Material und Bindungsart zudem textile Ausrüstungen zum Einsatz. So kann der Stoff etwa durch den Einsatz von Fluorcarbon wasser- und ölabweisend veredelt werden. Baumwolle, die von sich aus keine flammhemmenden Eigenschaften besitzt, kann durch eine Polymer-Ausrüstung flammfest ausgestaltet werden. Viele weitere Ausrüstungen, etwa zum Schutz vor Chemikalien oder gegen Insekten, der sog. Vektorenschutz, sind möglich.

Design

Durch das Verwenden unterschiedlicher Farben in den Fasern von Kette und Schuss ergeben sich interessante Farbkombinationen von Karo-, Streifen- und weiteren Designs. Ein Aspekt, dem separate Beachtung an geeigneter Stelle geschenkt werden muss.

Fazit

Für die passende Funktion einer Berufskleidung kommt es auf den richtigen Gewebemix mit entsprechender Ausstattung in Material, Gewicht, Bindung und Veredelung an.

RECHTSTEINER unterstützt Sie bei der Auswahl der geeigneten Gewebe und Hersteller für Ihre spezifischen Anwendungen. Scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen.

Andrea Rechtsteiner
a.rechtsteiner@andrea-rechtsteiner.de