Was ist eigentlich die SA8000/ SAI? - Andrea Rechtsteiner
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Was ist eigentlich die SA8000/ SAI?

Was ist eigentlich die SA8000/ SAI?

Einige Textil- und Bekleidungsunternehmen sind mit dem SA8000 Siegel der SAI zertifiziert. Was hat es damit auf sich?

SA8000 ist ein weltweites Zertifizierungssystem für Zulieferbetriebe und wurde 1997 von der amerikanischen Multistakeholder-Initiative Social Accountability International (SAI) (www.sa-intl.org) zusammen mit der ILO entwickelt. Die SAI hat als internationale Nichtregierungsorganisation seinen Sitz in New York (USA) und setzt sich für Sozial- und Arbeitsstandards ein. Die Organisation ist eine Tochtergesellschaft des Council on Economic Priorities. Unternehmen (u. a. Switcher, Gap, Otto, Billabong, HP, Disney, Tchibo), Regierungen, Gewerkschaften und NROs (u. a. Rainforest Alliance, WWF, Care) sind in den Entscheidungsprozessen bei SAI beteiligt.

Die SA8000 hebt darauf ab, durch die Zertifizierung einen hohen Standard für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, die Vereinigungsfreiheit, das Verbot von Kinderarbeit und den Ausschluss von Diskriminierung sicherzustellen. Sie basiert auf der Grundlage der internationalen Menschenrechtskonvention. Das Zertifikat soll vorhandene Managementsysteme wie ISO 9000 oder ISO 14000 ergänzen.

Das Siegel

Die SA8000 ist als branchenübergreifender und unabhängiger Arbeitsplatzstandard anerkannt. Es wurden bereits über 3.900 Produktionsstätten aus 55 Branchen, in 68 Ländern zertifiziert. In Deutschland sind derzeit 14 Organisationen zertifiziert. Die größte Anzahl von zertifizierten Unternehmen kommen aus den Textil-, Spielwaren-, Kosmetik-, und Chemiebranchen.

Strebt ein Textil- oder Bekleidungsunternehmen die Zertifizierung nach SA8000 an, muss es sich bei der Social Accountability Accreditation Services (SAAS) bewerben. Jedes Unternehmen wird von einem unabhängigen Auditor bewertet. Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Zertifizierer wie beispielsweise den TÜV. Werden alle Kriterien bezüglich Produkten, Personen, Prozessen und Management eingehalten, wird das SA8000 Zertifikat ausgestellt. Es ist drei Jahre gültig, danach ist eine Re-Zertifizierung erforderlich.

Der SA8000 Sozialstandard hebt auf die ILO Kernarbeitsnormen ab. Die Kriterien sind: Keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit, Mindeststandards für Gesundheit und Sicherheit, Gewerkschaften, keine Diskriminierung, keine psychischen oder physischen Disziplinarverfahren, beschränkte Arbeitszeiten und eine faire Vergütung. Die genaue Erläuterung jedes einzelnen Kriteriums kann von der SAI Website heruntergeladen werden.

Ökologische Kriterien stehen nicht im Fokus der SA8000.

Die Zertifizierung nach SA8000 gilt als transparent. Die sozialen Kriterien sind ebenso öffentlich zugänglich wie die Liste zertifizierter Betriebsstätten der Unternehmen. Auch können die Inspektionsberichte eingefordert werden. Allerdings sind die einzelnen Stationen der Wertschöpfungskette nicht nachvollziehbar. Die Textilien und Bekleidungsstücke der Unternehmen sind nicht durch das Siegel ausgezeichnet.

Das ist allerdings auch nicht beabsichtigt. Vielmehr soll die Implementierung des Standards u. a. eine verbesserte Arbeitsmoral und eine geringere Fluktuation der Beschäftigten bewirken sowie auch eine höhere Verlässlichkeit für Geschäftspartner zum Ausdruck bringen. Wie auch bei anderen Zertifikaten verbessert es zweifellos das Image des Unternehmens und das Vertrauen bei Partnern, Kunden und in der Öffentlichkeit.

Weitere Informationen bieten folgende Websites:

http://www.tuv.com/de/deutschland/gk/managementsysteme/nachhaltigkeit_csr/sa8000_1/sa8000.html

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/sozialstandards_sa_8000_1564.htm

http://www.saasaccreditation.org/certfacilitieslist

http://www.sa-intl.org/index.cfm

http://www.ci-romero.de/gruenemode-sa8000/

http://www.sgsgroup.de/de-DE/Sustainability/Social-Sustainability/Audit-Certification-and-Verification/SA-8000-Certification-Social-Accountability.aspx

http://www.arasche.com/resources/Publications/Working-Papers/IMC_WorkingPaper_No9.pdf

Andrea Rechtsteiner
a.rechtsteiner@andrea-rechtsteiner.de