Die Zukunft der Bekleidung - Andrea Rechtsteiner
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Die Zukunft der Bekleidung

Die Zukunft der Bekleidung

Die Zukunft der Bekleidung

Zwei sich beeinflussende Entwicklungen sind im Bekleidungsmarkt zu beobachten: Die Veränderung im Herstellungsprozess der Bekleidung korrespondiert mit massiven Änderungen im Verhalten der Kunden und der gesellschaftlichen Wahrnehmung des textilen Produkts.

Schon lange ist klar, dass modische Alltagskleidung – außer im Bereich der Haute Couture – nicht mehr durch geniale Modeschöpfer, die feinfühlig den Zeitgeist erspüren – designt werden, sondern in Entwicklungsabteilungen textiler Hersteller, wo Wissenschaftler die Textilien entwerfen. Sie kombinieren in kluger Art und Weise Design und die Eigenschaften von Stoffen, die sie mit weiteren, künftig verstärkt elektronischen Funktionen verbinden.

Natur und Synthetik stehen nebeneinander

Neben den klassischen Naturfasern, wie Baumwolle, Wolle, Seide oder Kaschmir, werden künftig allerdings synthetische Fasern verstärkt zum Einsatz kommen. Aber die Industrie ist dabei, Sie durch allerlei Tricks, darunter die chemische Verarbeitung, so vielseitig zu machen wie Naturfasern.
Die Labors, in denen diese Entwicklungen vorangetrieben werden, haben mit dem herkömmlichen Atelier eines Modeschöpfers kaum noch etwas gemein. Wenn man einmal davon absieht, dass in manchen Schneiderateliers bis heute die gleichen weißen Kittel getragen werden wie in der Forschung. Mikroskop, Klimakammer und Präzisionswaagen werden in Zukunft bisweilen wichtiger als Maßband, Schere, Nadel und Faden. In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen spezialisierter Unternehmen entstehen die Bekleidungskonzepte von morgen. So macht Schoeller aus St. Gallen aktuell mit der Sportmarke Kjus die erste beheizbare Skijacke serienreif. Daneben stellen sie Stoffe her, die mit elektrischer Unterstützung ein Zehnfaches an Schweiß verdampfen können, als es bisher möglich war. Sportler, die diese Bekleidung tragen, werden keine nassen Shirts mehr haben.
Unter dem Begriff der >Smart Textiles< kommt als nächstes die Vernetzung von Textilien und Elektronik. Keine ganz neue Entwicklung, jetzt aber sind die Firmen soweit, die Produkte markt- und serienreif zu haben: In 3-5 Jahren sollen Stoffe als Transmitter für allerlei Geräte funktionieren. Smartphones werden dann über Sensoren in der Bekleidung gesteuert. In zehn Jahren werden die Stoffe dann sogar in der Lage sein, die dazu nötige Energie aus der Bewegung des Menschen zu gewinnen. Der Akku speist sich bei Gebrauch des Kleidungsstücks von selbst.
Dank der chemischen Ausrüstungen werden Kunstfasern wasserabweisend, atmungsaktiv, resistent gegen UV-Strahlung und abriebfest. Sie schützen gegen Mücken oder riechen kaum mehr, wenn man schwitzt.

Sport- und Freizeitkleidung setzt den Trend

Ursächlich für diesen Wandel ist die vergleichsweise billige Bekleidung, die ursprünglich für Sport und Freizeit entwickelt wurde, heute aber bereits das Straßenbild dominiert. Verglichen mit der Menge an Softshells, Nylonjacken und Faserpelzen sind traditionelle Wollmäntel, Blusen und Jacken schon jetzt fast bedeutungslos, wie sowohl in der Freizeit, als auch im Berufsumfeld leicht zu beobachten ist. Nirgends – außer vielleicht bei klassischen Anlässen oder bei beruflichen Vorgaben (Bank, Politik, Versicherung, o. ä.) – hat die Tradition noch den Vorrang. So verschwinden derzeit z. B. auch Kravatten aus dem Blickfeld ordnungsgemäßer Bekleidung und Etikette.

Gesellschaftlicher Wandel in der Wahrnehmung von Bekleidung

Der heutige Mensch trägt Funktionshosen, Shirts, Polos, Outdoorjacken, Sneaker und Turnschuhe. Und der Sneaker-Hype wird sobald nicht vergehen. Kinder, die jetzt in Turnschuhen aufwachsen, werden sich kaum mehr an klassische Schnürschuhe aus Leder gewöhnen. Der Mensch gibt den einmal gewonnenen Komfort nicht mehr preis – ob er von T-Shirts, Hoodies, Leggins, Jogginghosen oder Turnschuhen kommt. Der Sneaker von morgen wird auch nicht aus Lederstücken genäht, sondern an einem Stück gestrickt, mit Kunststoffelementen verstärkt und auf eine Sohle aus federndem Kunststoff geklebt. Nicht umsonst hat Engelbert Strauss mit seinen eng an Sport und Outdoor angelehnten Kollektionen von Berufskleidung solch durchschlagenden Erfolg.

Neue Produktionstechniken machen Vieles möglich

Die Produktion wird weiter automatisiert. Ob damit die teilweise elenden Produktionsbedingungen der Textil- und Bekleidungsindustrie in Fernost bald der Vergangenheit angehören, ist noch keine ausgemachte Sache. Doch die Produktion von Bekleidung kommt zurück nach Europa. So baut z. B. Adidas in den USA und Europa gerade sog. „Speedfactories“, die mit wenig menschlicher Arbeitskraft sehr schnell eine hohe Varietät von Schuhen ausspucken.

Mehr und mehr auf den individuellen Kundenwunsch abgestimmt, was die Passform und die Optik bei Bekleidung betrifft. Wie bei den Schuhen wird auch die Bekleidung der Zukunft nicht mehr aus gewobenen Stoffen zugeschnitten und vernäht, sondern kommt an einem Stück aus Strick- und Wirkmaschinen. Derartige 3-D-Strickmaschinen sind bereits jetzt in der Lage, komplexe dreidimensionale Gebilde ohne Hilfe eines Menschen fertig zu konfektionieren. Dabei können auch unterschiedliche Festigkeiten, Dehnbarkeit oder Transparenz des Materials berücksichtigt werden, was ein ganz neues Styling ermöglicht. Noch dauert die Produktion relativ lang, aber die Entwicklung von schnelleren und günstigeren Maschinen erfolgt bereits.

Fazit

Die Zukunft der Bekleidung wird also nicht in Modehäusern kreiert, sondern bei den Zulieferern und Herstellern von Sport-, Freizeit und Berufsbekleidung. RECHTSTEINER hat bei diesen Entwicklungen das Ohr auf der Schiene. Sollten Sie fundierte Beratung und Dienstleistung in diesem Themenfeld benötigen, scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen.

Andrea Rechtsteiner
a.rechtsteiner@andrea-rechtsteiner.de